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Bente Kahan: Surviving Words

Konzert aus Anlass des Jahrestags (9.11.) der Reichspogromnacht von 1938

Lieder und Gedichte von Mordechai Gebirtig (Jiddisch),
Ilse Weber (Deutsch) und Tadeusz Rózewicz (Englisch)

Bente Kahan, die berühmte in Polen lebende jüdische Schauspielerin und Musikerin, singt und rezitiert Lieder und Texte, die vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg geschrieben wurden.

Ihre herausfordernden musikalischen Interpretationen der unvergesslichen Texte sind bitterschön und verstörend lebendig.

Der jiddische Singer/Songwriter Mordechai Gebirtig schrieb Lieder über das Leben der kleinen Leute im jüdischen Stadtteil Kazimierz in Krakau von der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg bis zum Holocaust. Er wurde 1942 im Krakauer Ghetto ermordet.
Die tschechische deutschsprachige jüdische Dichterin Ilse Weber schrieb jüdische und andere Kindermärchen, kleine Theaterstücke für Kinder und Gedichte, die sie auch vertonte. Im Ghetto Theresienstadt schrieb sie Gedichte - auf Deutsch. Sie wurde 1944 in Auschwitz ermordet.
Der polnische Dichter Tadeusz Rózewicz schloss sich während der deutschen Besatzung der Polnischen Heimatarmee an und lebte im Untergrund. Nach dem Krieg begann er zu schreiben. Er ist bis heute der meistgespielte Dramatiker in  Polen. Er starb 2014.

BIO: Bente Kahan, jüdische Künstlerin, Musikerin, Regisseurin und Dramatikerin, wurde in Norwegen geboren und absolvierte ihre Theaterausbildung an den Hochschulen in Tel Aviv und New York. Sie steht seit 1981 als Schauspielerin und Musikerin auf der Bühne.

1990 gründete Bente das „Teater Dybbuk – Oslo“ mit dem Ziel, die europäische jüdische Kultur und Geschichte zu präsentieren. Zahlreiche Dramen, Konzerte und CDs wurden produziert. Über viele Jahre hinweg trat Bente mit Musikern aus Norwegen, Polen, Schweden, Deutschland und Niederlande auf internationalen Bühnen auf, wobei sie sowohl Archivmaterial als auch ihre eigene Texte und Kompositionen verwendete.

2001 zog Bente mit ihrer Familie nach Breslau, Polen, wo sie 2005 das Zentrum für Jüdische Kultur und Bildung in der städtischen Synagoge „zum Weißen Storch“ (1829) ins Leben rief. Ein Jahr später gründete sie die Bente Kahan Stiftung mit der Zuständigkeit für das Kulturzentrum, ebenso für die Sanierung der Synagoge und der „shul“ (kleine Synagoge).

Als Direktorin des Zentrums für jüdische Kultur und Bildung realisierte sie Ausstellungen und Konzerte, ebenso wie zum Großteil von ihr verfasste Theaterstücke, in denen sie selbst Regie führte.

Heute ist die historische Synagoge in Breslau ein angesehener Veranstaltungsort, erfüllt vom Geist der Toleranz und der Multikulturalität. Hier finden verschiedene Veranstaltungen statt, wie beispielsweise die jährlichen „Tage des gegenseitigen Respekts“, die von Bente Kahan zur Gründung des Zentrums initiiert wurden.

Bente Kahan tritt nach wie vor in zahlreichen Ländern der Welt als Sängerin auf. Ihr vielfältiges Repertoire ist eng mit den europäischen jüdischen Erfahrungen verbunden. Ihre Auszeichnungen sind zahlreich, u.a. erhielt sie die Ehrenbürgerschaft von Breslau, das Bundesverdienstkreuz, die Auszeichnung für Förderung von Toleranz der Stiftung Toleranz, Polen und den Deutsch-Polnischen Kulturpreis Schlesiens.

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Freitag, 05.11.2021 20:00 Uhr


Bente Kahan: Surviving Words
Konzert aus Anlass des Jahrestags (9.11.) der Reichspogromnacht von 1938


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Abendkasse
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