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Franz Sequenc

Ausstellung zum 15. Todestag

Veranstaltet von Willi Steinfeld und Kulturhaus Schwanen*
Mit freundlicher Unterstützung der Galerie Bayer in Bietigheim


Franz Sequenc (17. April 1938 - 20.Dezember 2005) war Maler und lange Jahre Lehrer für Bildende Kunst am Salier-Gymnasium in Waiblingen. Er hat zahlreiche seiner Schüler*innen mit dem Keim der Kunst angesteckt - auf die einzige Art, wie das funktioniert: Er hat sie selbst gelebt. Zum Beispiel, indem er im Unterricht an seinen Bildern malte oder Skizzen machte - und damit, wie sich selbst, auch seinen Schüler*innen einen denkbar großen Freiraum gab. Oft konnten sich die Schüler erst mal eine Stunde lang erholen von beispielsweise zwei Stunden Mathematik oder auch Deutsch bei einem eher lehrplangetriebenen Lehrer - Sequenc fühlte, was Sache ist und ermunterte zum 'Erst mal Verschnaufen'. Die zweite Stunde war dann oft sehr produktiv. 

Der Maler Franz Sequenc hat die kühle Anziehungskraft industrieller Anlagen, Verkehrswege  und Maschinen, die in unserer Zeit ins Riesige und Omnipräsente wachsen, entdeckt und durch ihre minutiöse, aber gemalte Wiedergabe zugleich konservativ verewigt als auch, auf der Innenseite, mit nicht ausgesprochener, sublimer Grazie penibelst seziert. Sein Galerist Rudolf Bayer schreibt dazu: "Industrie und technoide Veränderungen unserer gewohnten Umwelt werden primär als negativ begriffen, weil unser Beharrungsvermögen dies verlangt. Nichts einfacher also, diese optischen Negativseiten malerisch zu verstärken, gar zu überhöhen und damit Inhalt/Anklage synchron zur Botschaft werden zu lassen. Der ungleich schwerere Weg, den Sequenc geht, ist der des Chronisten, des Malers, der aus sener Zeit heraus malt und seine Malerei als Mitteilung versteht, die dem Betrachter alle Möglichkeiten der Bewertung offenlässt."

Menschen kommen in Sequenc' Bildern kaum vor. Es sind Maschinen, Architektur und sauber ablaufende Prozesse, die die Szenerie bestimmen. Da ist nichts Unheimliches, Bedrohliches zu sehen, und doch steckt in jedem seiner Bilder die Kraft, tiefstes Grausen auszulösen. Weiter Rudolf Bayer: "So malt Franz Sequenc stille Bilder, aber es sind keine leisen Bilder. Richtig hat er erkannt, was die Romantiker seit Caspar David Friedrich immer wieder annäherten: die Dimension des Unheimlichen ist die Dimension der Stille. Die "Ruhe vor dem Sturm" lebt in vielen dieser Industrieanlagen, Schifffahrts- und Abwasserkanälen, in den Schlackenhalden, die auf der ausgehölten Erdkruste lasten. Der Draufblick auf ein Kernkraftwerk ist nicht bedrohlich wegen der ihr intellektuell zugeschriebenen permanenten Gefahr, sondern durch ihre architekturale Unnahbarkeit. Das Nicht-Wissen um Funktion und inneren Ablauf steigert diese Distanz, die Furcht erzeugt. Der Maler Sequenc weiß um diese Mechanismen und wird umso genauer in seiner Beschreibung. So haben die Bilder dieses Malers eine prophetische Dimension."

*Willi Steinfeld wie auch der Leiter des Kulturhauses genossen den Kunstunterricht bei Franz Sequenc (vor einigen Jahrzehnten)

Vernissage (im Saal, mit Corona-Regeln): So 20.12. 15.00 Uhr
 

 

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Sonntag, 20. Dezember 2020 15:00 Uhr


Franz Sequenc
Ausstellung zum 15. Todestag


Eintritt: frei

Öffnungszeiten: Mo-Fr 9.00 - 16.00 und 17.00 - 22.00. Sa 17.00 - 22.00. Sonntags, an Feiertagen und in den Schulferien geschlossen.

Dauer der Ausstellung: 20.12.20 - 1.2.2021

Vernissage: So 20.12. 15.00 Uhr


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