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Manfred Künzel

Schiller als Migrant


Am 16.1.1773 brachte Friedrich Schillers Vater sein durch hervorragende Leistungen aufgefallenes Kind in einem 4stündigen Marsch von Ludwigsburg auf die Stuttgarter Solitude, in die "Militärpflanzschule" von Herzog Karl Eugen. Fortan galt: Wenn die Eltern ihr Kind sehen wollten, mussten sie sonntags in den Gottesdienst, an dem die Schüler teilnahmen. Ein Gespräch war dabei aber nicht möglich.

Der junge Fritz erlebte die Aufnahme in die Schule als traumatischen Eingriff in sein Leben. Er hat jahrelang darunter gelitten. Eigentlich hat das Erlebnis sein ganzes Leben geprägt.

Zum zweiten Akt von Friedrich Schillers Migration kam es 1782. Er war schon Regimentsarzt in Stuttgart und der berühmte Autor der "Räuber". Der Herzog verbietet ihm bei Festungshaft jede nicht medizinische Schriftstellerei. Deshalb kann er nicht in Stuttgart bleiben. Am 22.9.1782 flieht er mit seinem Freund Andreas Streicher aus dem Herzogtum Württemberg nach Mannheim.

Er lebt die folgenden zwei Jahre in mehr als prekären Verhältnissen und in der ständigen Furcht, verhaftet zu werden. In einem Brief an Herrn von Dahlberg schreibt Schiller: "Sobald ich Ihnen sage, ich bin auf der Flucht, sobald habe ich mein ganzes Schicksal geschildert. Aber noch kommt das Schlimmste hinzu. Ich habe die nötigen Hilfsmittel nicht, die mich in den Stand setzten, meinem Missgeschick trotz zu bieten."

Rechtsanwalt Manfred Künzel lässt in seinem Vortrag Schillers Migrationserfahrungen plastisch werden und verdeutlicht deren Auswirkungen auf seine Werke.

 

Dieser Vortragsabend

wurde vom Integrationsrat Waiblingen angeregt. Er wendet sich nicht zuletzt an

Mitbürgerinnen und Mitbürger, die aus einem anderen Land kommen und in

Waiblingen eine zweite Heimat suchen.

 

Manfred Künzel ist seit mehr als 50 Jahren Anwalt in der weit bekannten Waiblinger Kanzlei "Künzel & Partner". Doch Künzel hat auch außerhalb der Kanzlei einen Namen als engagierter Waiblinger Bürger, der sich seit Jahrzehnten tatkräftig für die Menschen, die im Schatten stehen, einsetzt. Insbesondere erhebt er als Mitglied im Arbeitskreis "Pro Asyl" und im Verein "Fremde unter uns" für die in Waiblingen lebenden Migranten die Stimme.

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Freitag, 07. November 2014 21:00 Uhr


Manfred Künzel
Schiller als Migrant


 

 


Veranstalter: Integrationsrat

der Stadt Waiblingen und Kulturhaus Schwanen

Eintritt: frei
Spenden: gerne