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Feindbild Feminismus

Geschlechterkampf von rechts

Geschlechterpolitik hat mit Interessen und deren politischer Durchsetzung zu tun. Diese formieren sich nicht automatisch entlang der Geschlechterdefinition: hier die Frauen, da die Männer. Das zeigen auch jüngst veröffentlichte Werke erfolgreicher Frauen - wie etwa das der Frauen- und Familienministerin Kristina Schröder - , die behaupten, die Entscheidung um Lebensentwürfe von Frauen sei individuell und reine Privatsache. Passé also die feministische Forderung, dass das Private politisch sei?

Bereits seit einiger Zeit ist wieder Bewegung in der Geschlechterdebatte: Auf der einen Seite kommt die dritte Welle des Feminismus ins Rollen, auf der anderen Seite mischen Männerrechtler und Antifeministen die Diskussion auf mit Thesen wie: "Das Projekt 'Feminismus' kann zu den Akten, die Frauen haben die Männer längst überholt." Sie beklagen die Jungen als Bildungsverlierer und die Männer als Opfer der Wirtschaftskrise und leiten daraus die These von der strukturellen Benachteiligung der Männer ab. Ihre Forderung: das Ende aller staatlichen Gleichstellungspolitik in Form der "organisierten Besserstellung" des weiblichen Geschlechts. Im Kampf um die Deutungshoheit über Rollenbilder, Geschlechterpolitik und Familienpolitik kreuzen sich alte und neue Konfliktlinien - und es ist noch nicht ausgemacht, welche Strömungen sich durchsetzen werden.

Der Journalist Dr. Thomas Gesterkamp, der im Auftrag der Friedrich - Ebert-Stiftung eine Expertise über die Argumentationsstrategien und Denkmuster von Männerrechtlern und konservativen Familienorganisationen verfasste, stellt die zentralen Akteure der antifeministischen Männerrechtler vor. Dr. Barbara Stiegler, ehem. Leiterin des Arbeitsbereichs Frauen- und Geschlechterforschung der Friedrich-Ebert-Stiftung, beleuchtet deren Argumentationsmuster. In der anschließenden Diskussion wollen wir analysieren, wohin der Geschlechterdiskurs geht, welche Argumentationsfiguren die Debatte dominieren, welche Akteure den Ton angeben und wie anschlussfähig die Thesen der Antifeministen sind.

P R O G R A M M

17:30 Einlass

18:00 Begrüßung Dr. Sabine Fandrych Leiterin des Fritz-Erler-Forums

18:10 Grußwort Katrin Altpeter, MdL, Ministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren in Baden-Württemberg

18:20 Impulsreferate
a) Antifeministische Männergruppierungen: Wer sind sie? Wie agieren sie? Was sagen sie? Wie bedrohlich sind sie? Dr. Thomas Gesterkamp, Journalist, Buchautor und Verfasser der Expertise "Geschlechterkampf von rechts"
b) Antifeministische Argumente auf dem Prüfstand. Dr. Barbara Stiegler, ehem. Leiterin des Arbeitsbereiches Frauen- und Geschlechterforschung der Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn

19:00 Podiumsdiskussion mit Publikumsfragen. Moderation: Dr. Sabine Fandrych

20:00 Informelle Gespräche

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Dienstag, 17.07.2012 18:00 Uhr


Feindbild Feminismus
Geschlechterkampf von rechts


Eintritt: frei

Anmeldung per Mail an: sieglinde.hopfhauer@fes.de


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