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Violons Barbares

Wild World Music

Wer behauptet, in der Musik sei schon alles erfunden, hat Violons Barbares noch nicht gehört! Ein mongolischer Gigant des Obertongesangs und der Pferdekopfgeige, ein Meister der 14-saitigen Gadulka aus Bulgarien und dazu die überwältigenden Perkussionswelten eines Franzosen : Unter dem Namen VIOLONS BARBARES gehört das weltweit umjubelte Trio derzeit zu den außergewöhnlichsten Gruppen in der Weltmusikszene. Die drei Ausnahmemusiker sind ein akustischer und optischer Leckerbissen, der die vielen Konzertgäste in ferne, wilde Länder entführt und die stilistischen Grenzen zwischen Balkan-Volksmusik, Mongolen-Rock und Jazz-Impro einreißt. "Violons Barbares - wild, ungestüm, feurig, ungezügelt, vor allem aber: verteufelt gut! (Karl Leitner, Donaukurier)

Der Klang von Streichinstrumenten kann - befreit vom Umfeld eines zähmenden, großen Orchesters - an die urtümlichsten Schichten menschlichen Musikerlebens rühren. Nur drei Musiker braucht es, um hierfür den Beweis anzutreten. Das Trio Violons Barbares geleitet in ein überraschendes, überwältigendes Reich, führt ehemals getrennte Traditionen zu einer quasi archaischen Moderne zusammen.

Zunächst einmal ist da die mongolische Pferdegeige Morin Khuur von Enkhjargal Dandarvaanchig: Der weltgewandte, vielseitige Musiker aus Ulan Bator wurde in unseren Breiten vor allem bekannt durch Rüdiger Oppermanns Klangwelten-Festivals, auf denen er von beseeltem Obertongesang bis zu seinem selbstkreierten mongolischem Rap eine grandiose Ausdrucksspannbreite auf die Bühnenbretter legte und legt. Mit dem Perkussionisten Christian Auer gewann er, den alle nur freundschaftlich "Epi" nennen, 2009 den Creole-Weltmusikpreis Baden-Württemberg. Seine tief empfundene Kunst im feingewobenen Klang des mongolischen Nationalinstruments trifft hier nun auf Dimitar Gougovs bulgarische Spießgeige Gadulka.

Gougov stammt aus der Schule von Phlip Koutev, jenem legendären Arrangeur für die weltbekannten bulgarischen Frauenstimmen, und er ist ein Meister auf diesem so schwierig zu spielenden Streichinstrument mit dem klagenden, obertonreichen Sound. Der stiebende Funkenflug und der vorwärtspreschende Galopp der Bögen zwischen zentralasiatischer Steppe und Balkan wird durch das reiche, nordafrikanisch und orientalisch geprägte Schlagwerkarsenal in den Händen des Perkussionisten Fabien Guyot voran getrieben. Guyot mischt mit seiner Trommelkunst auch in der renommierten Orientaljazz-Formation L'Hijâz Car mit, er ist der versierte rhythmische Koordinator der Formation.

Eine überraschende Rolle spielt bei den Violons Barbares die menschliche Stimme: Enkhjargal wechselt von dröhnendem Kelhkopfgesang und Steppen-Hiphop zu glasig-feinen, wispernden Melodielinien, Gougov kann mit stolzem Tenor markerschütternde und majestätische Haltetöne kreieren. Die ungestüme, feurige und ungezügelte Musik dieses ungewöhnlichen Dreiers begeistert, da sie an archaische Schichten unseres Bewusstseins appelliert, zugleich aber eine fantasievolle Schöpfung der Neuzeit ist. Denn die Migrationsbewegungen des 21. Jahrhunderts haben diese drei Meister ihres Fachs durch Zufall in der deutsch-französisischen Grenzregion zusammengeführt, wo sie nun ein grandioses Knüpfwerk über Tausende von Kilometern hinweg weben können. (Stefan Franzen im Monatsmagazin "Begegnung der Kulturen" des Forum der Kulturen Stuttgart e.V.) 

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Donnerstag, 13. Dezember 2018 21:00 Uhr


Violons Barbares
Wild World Music


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