Das Haus

Konzeption

Der Schwanen ist ein Kulturhaus, mit allen unterhaltenden und vergnüglichen Aspekten von Kultur, also ein Stück weit ist er auch ein Freizeitcenter für Unterhaltung und Amüsement, eben ein Stück weit. Der Schwanen ist ein Kulturhaus und damit auch ein Stück weit ein Wirtshaus mit Saal für alles mögliche, aber eben nur ein Stück weit. Der Schwanen soll, neben allem anderen, vor allem Kultur fördern und erzeugen, Kultur der Gesellschaft. Er ist eine Bildungseinrichtung. Er soll einem Publikum, das neuen kulturellen Entwicklungen gegenüber aufgeschlossen ist, ein Programm bieten. Und zugleich soll er solche kulturelle Offenheit anregen, soll Interesse an fremden Kulturen, an Kulturformen gesellschaftlicher Minderheiten fördern, soll alles das, was neben dem homogenisierten Mainstream lebt und als Spurenelement für die gesellschaftliche Gesundheit wichtig ist, ermuntern, gerade auch die kritischen Elemente, soll dafür ein Podium geben und ein Publikum suchen helfen. Das Wirken des Schwanen soll im kulturellen Sinn wirkliche Vielfalt und scheuklappenlose Bildung sein, im sozialen Sinn Förderung der Verbindung disparater oder gar auseinandertreibender Kulturen und gesellschaftlicher Gruppen.

Wenn man so will, war das jetzt eine Art Definition von Soziokultur. Eine Gesellschaft kommt ohne neuartige Autos, ohne neue Baustoffe, ohne neue Medien und Techniken aus, aber nicht ohne neue, also zeitgenössische Kunst und Kultur. Denn eine Gesellschaft ohne Jetztzeitkunst, ohne sozusagen auf der Höhe der Zeit sich bewegende Musiker, Schauspieler, Schriftsteller, Tänzer, Filmemacher und Maler ist ohne Spiegelbild und ohne Wunschbild, ist nur eindimensional, ist auf einer Schiene statt auf einem Weg. Dazu Joseph Beuys: "Die Kunst ist meiner Meinung nach die einzige evolutionäre Kraft. Das heißt, nur aus der Kreativität des Menschen heraus können sich die Verhältnisse ändern. (Kann die Schiene zum Weg werden.) Und ich glaube, viele Menschen spüren, dass das Menschliche, also dieser menschliche Punkt, in der Kunst am meisten weiterentwickelt werden kann."  

Diese Sätze von Beuys, und damit zurück zum Schwanen, treffen auch für den Umgang mit Kunst zu. Ein Kulturhaus muß mit Gefühl und Intuition arbeiten. Es muß funktionieren, aber es darf keine Veranstaltungsmaschine sein, kein geöltes Kulturaggregat. Ohne Gespür, ohne Muse, ohne kreative Nachdenklichkeit, ohne "einen menschlichen Punkt" in der ganzen Organisation wäre ein Haus wie der Schwanen vielleicht toll und voll mit Events - aber letztlich leer und tröge. Der Schwanen aber soll äußerlich und innerlich lebendig sein, soll für die Kultur leben - und selber mit Kultur.

Veranstaltungen

Live-Bilder aus dem Schwanen

Das Kulturhaus Schwanen ist eine Einrichtung der Stadt Waiblingen. Seine Zielsetzung kann man unter dem Begriff "Soziokultur" fassen. Das Haus soll ein Podium sein für regional bis international herausragende Kulturangebote aus den Bereichen Theater, Tanztheater, Weltmusik, Junge regionale Bands, Rock & Pop, Kabarett & Comedy, A-Cappella-Konzerte, Schülertheater, Tanz (Tanzkurse, Tanzfeste), Film, Thematische Reihen und Open Air - Konzerte. Diskos, Partys und Ausstellungen von Profis und jungen Nachwuchskünstlern ergänzen die Palette. 

Der Schwanen ist über den reinen Veranstaltungsbetrieb (Gastspiele) hinaus ein Ort, an dem Kunst gemacht, also produziert wird. Ein Schwerpunkt dieses "Selbermachens" ist der Theaterbereich - es ist eine rege kleine Szene von Schultheatergruppen entstanden, die im Schwanen proben und aufführen. Ein anderer Schwerpunkt ist zeitgenössischer Kindertanz, der in Zusammenarbeit mit einer lokalen Schule im Schwanen regelmäßig zur Aufführung kommt. Und nicht zuletzt die Tango-, Salsa- und Standard-Latein-Tänzer der Marke Ungebügelt/Ungezügelt, die mit Unterricht, regelmäßigen Tanzabenden (im Sommer open air auf der Schwaneninsel) und Tanzfesten mit Live-Musik und selbstgemachten Choreographien das Haus auf Zack halten.

Am Schwanen als Location, als Club, Ort mit Flair des Ungebügelten, haben viele auch in eigener Sache Interesse. So wird der Saal oft und gerne an andere Veranstalter vermietet, an Kulturanbieter, Vereine, Privatleute (Geburtstagsparties etc.) und Firmen (Jubiläen etc.).

Kurse

Im Kulturhaus Schwanen gibt es in den Obergeschossen insgesamt fünf verschieden große und verschieden ausgestattete Räume für Gruppen, Initiativen, Kurse, Tagungen, Sitzungen, Treffen, kleine Veranstaltungen und dergleichen mehr.  

Im Schnitt sind es pro Jahr etwa 100 Kurse (mit 1000 Terminen) und 250 Einzeltermine von Tagungen, Sitzungen etc.  Die Kurse sind bunt gemischt, von "Deutsch für Migranten" bis zu "Klingonisch für Anfänger", vom Aktmalkurs bis zur Rückbildungsgymnastik. Vom Schwanen selbst mitveranstaltet ist nur der kleinere Teil der Kurse (die Tanzkurse der Marke ungebügelt/ungezügelt und die Fotokurse), der große Schwung kommt per Vermietung der Räume an die Volkshochschule Unteres Remstal, die Familienbildungsstätte Waiblingen oder an private oder gewerbliche Nutzer. Die Schwanenkurse finden Sie hier auf dieser Homepage auf der Startseite unter "Tanzen im Schwanen" und teilweise unter "Veranstaltungen". Alle anderen Angebote auf der Startseite unter "Kurse".

Grundrisse, Ausstattung und Bilder der Räume können unter "Vermietungen" angeschaut werden. Ebendort findet sich auch der Kontakt zum Mieten.

Räume & Schäume

 

Der Schwanen ist ein Haus mit breiten Fluren, geräumigen Terrassen, Holzböden, auch sonst viel Holz, mit viel Licht und gemütlichen Ecken.
 
Der Saal ist licht-, ton- und bühnentechnisch hervorragend ausgestattet. Die Kursräume sind zum Teil mit Spiegelwänden und kleinen Tonanlagen versehen, je nach Art der Nutzung. Und ums Haus herum fließt die Rems, von der Schwaneninsel gelangt man im 5-Minuten-Radius auf die Erleninsel, die kleine Erleninsel, zur Michaelskirche, den mittelalterlichen Wehrgang und in die Altstadt. Soviel zu den "Außenräumen - und -träumen" ...

Details: selber schauen... oder, was das "Drinnen" anbelangt unter der Rubrik "Vermietungen".

Geschichte seit 1700

Den "Schwanen" gab es schon lange vor dem "Kulturhaus Schwanen". Bei der Renovierung wurden ein paar Stellen gelassen, wie sie waren, um die Geschichte des Hauses nicht ganz zuzudecken. 300 - 350 Jahre alt sind die ältesten Teile des Gebäudes. Seit 1774 war es Wirtshaus, Brauerei inclusive. 1837 taucht zum erstenmal der Name "Schwanen" auf, das "Gasthaus zum Schwanen" wurde ausgebaut, u.a. kam eine Kegelbahn dazu. Der Festsaal des Schwanen diente Generationen von Waiblingern als Versammlungsraum, es wurden Theateraufführungen erlebt, Fasching und Hochzeiten gefeiert und Erste-Hilfe-Kurse absolviert. Noch 1949 gab es im Saal des Schwanen zu Weihnachten kleine Geschenke, nämlich von der Arbeiterwohlfahrt für diejenigen Waiblinger, die nichts hatten und nichts kriegten. Dann wurde aus dem Haus ein Möbelladen und -lager, schließlich eine Unterkunft für Migranten aus Osteuropa. Und heute gibt es Weltmusik von ebendort.

Geschichte seit 2000

Nach einer vierjährigen, vom Gemeinderat der Stadt Waiblingen initiierten und begleiteten Planungs- und Bauphase wurde das Kulturhaus Schwanen im Mai 2000 als Torso, nämlich ohne Veranstaltungsraum, eröffnet. Bis zum Zeitpunkt der Fertigstellung des Schwanen-Saals im November 2003 fanden alle Veranstaltungen in der zwar geräumigen, aber sehr niedrigen Kulturbar statt. Trotz dieses mangelhaften Raumes wurde das Programm des Schwanen von Beginn an gut angenommen. Ein wichtiger Entwicklungsschritt für den Schwanen war die Verpachtung und damit Professionalisierung der Gastronomie im November 2002. Mit der Einbeziehung des neu gestalteten Biergartens Schwaneninsel in das gastronomische Angebot wurde seit Frühjahr/Sommer 2003 das Haus sozusagen abgerundet. Und mit Eröffnung des umgebauten alten Schwanen-Saales im November 2003 ist es schließlich komplett.

Vermietungen

Wenn Sie Räume im Schwanen mieten möchten, gehen Sie bitte oben auf das Stichwort "Vermietungen". Oder Sie wenden sich direkt an Petra Klaiber, die im Haus dafür zuständig ist:

 

(07151) 5001-1651

petra.klaiber@waiblingen.de